12 September 2015

Akhori :)

Am 31. August  begann unsere Reise in den Himalaja und Mr. David, sein Cousin, 2 Lehrer und ich saßen in Mr. Davids Jeep und machten uns auf den Weg. Ich war wirklich froh bei meiner ersten Reise in die Berge nicht alleine zu sein und sehr dankbar, dass Mr. David für weitere 3 Tage in Akhori geblieben ist. Für die ca. 140km haben wir 9 Stunden gebraucht, da die Straßen eher wie Feldwege sind, sehr schmal sind und viele Unebenheiten haben. Das hat mich jedoch wenig gestört, da ich selten so eine schöne Landschaft gesehen habe! Einfach wundervoll J Endlich angekommen wurden wir dann auch schon erwartet und freundlich mit Blumensträußen von den Lehrkräften der SASA Academy empfangen. Es folgte eine Führung durch die Schule und ein leckeres Abendessen. Ich bin immer noch überwältigt von der Tatsache, dass Mr. David all das alleine aufgebaut hat. Die Schule mit ca. 300 Kindern, das Sponsorship Programm und die Projekte in Vikasnagar.
Der Anfang hier in Akhori war wieder relativ hart für mich, da ich mich grade so gut an die David Familie gewöhnt hatte und alle anfing lieb zu haben :D Jetzt war hier nun wieder alles neu aber alle sind super nett!! Am nächsten Tag wurden der neue Englischlehrer Nitin und ich den Schülern vorgestellt. Dies war ein besonderer Tag, da zwei der Lehrer ihren Abschied feierten und die Schule verließen. Dabei wurde deutlich, dass die Schule für das Personal ein Stück Familie ist, da viele der Lehrer bei den Abschiedsreden weinten. Abends bin ich dann mit Punita Mam (einer Lehrerin der SASA Academy) und ihrer 15 jährigen Tochter Namu, bei denen ich während meiner Zeit hier lebe, in die umliegenden Dörfer gegangen. Dort hatte ich die Möglichkeit zu sehen, wie die meisten Leute hier leben.  Viele Familien teilen sich einen Raum, in dem alle schlafen und haben die Küche entweder mit in diesem Raum, oder separat dazu. Mir gefällt dieser Familienzusammenhalt sehr, obwohl ich mir persönlich nicht vorstellen kann, mit meiner ganzen Familie ein Zimmer zu teilen. Wir haben dann eine von Namus Freundinnen besucht, die zusammen mit ihrer Mutter lebt. Sie ist 17 Jahre alt, aber hat die Schule nach der 5. Klasse abgebrochen, da ihr Vater zu dieser Zeit verstarb, was finanzielle Schwierigkeiten verursachte.  Ich hatte überlegt für sie ein Profil zu erstellen um einen Sponsor zu finden aber ganz so leicht ist das dann doch nicht. Mr. David erklärte mir, dass die Eltern hier auf den Dörfern versuchen ihre Töchter so früh wie möglich zu verheiraten. Das Mädchen müsste die 6. Klasse besuchen, würde dann vllt 2-3 Jahre die Schule besuchen und dann verheiratet werden. Dadurch müsste sie die Schule abbrechen ohne einen Abschluss zu haben und die Schulgelder wären umsonst investiert worden. Das alles zu verstehen und zu beachten ist gar nicht so leicht, da die Mentalität der Leute hier ganz anders ist. Diese muss ich erst zu verstehen lernen, bevor ich hier etwas bewegen kann.
Nun zu meinen Aufgaben in der SASA Academy:
Mein Tag startet um viertel vor 8 wenn Punita Mam und ich uns auf dem Weg zur Schule machen. Alle Lehrer treffen sich im Büro, um mit einem Lied und einem Gebet in den Tag zu starten. Dann versammeln sich alle Schüler auf dem Schulhof um diszipliniert die Nationalhymne zu singen und zu beten. Gegen 8 sitzen dann alle Schüler in ihren Klassen bereit, um den Unterricht zu starten. Ich helfe in der Klasse von Mrs. Shylet, die den Upper Kindergarten leitet. Die Kinder sind zwischen 5 und 6 und haben lediglich 4 Fächer: Hindi, Englisch, Mathe und Naturwissenschaften. Die Kinder lernen jeden Tag ein neues englisches Wort, dass sie dann mehrmals in ihr Heft schreiben. Außerdem werden sowohl die Zahlen von eins bis 100 auf Englisch buchstabiert als auch einige englische Tier, Blumen und Fruchtnamen. Diese Klasse endet um 12:15 und ich habe dann eine Pause, denn um 16:00 beginnt mein eigener Englischkurs. Ich unterrichte 10 Kinder der achten Klasse, deren Englisch sich auf die Basics wie „My name is“ oder „How are you“ beschränkt. Meine Aufgabe ist es, diesen Kindern flüssiges, korrektes Englisch beizubringen. Das Gute ist, dass Mr. Nitin auch dabei ist und im Zweifelsfall alles nochmal in Hindi erklären kann. Diesen Kurs halte ich 4 Tage die Woche, die anderen 2 Tage besuche ich Familien und deren Kinder um die Sponsorship Profile zu erstellen. 
Am 5. September war dann Teacher´s Day. Dieser Tag wird den Lehrern gewidmet, die dann von den Schülern Stifte und Bonbons geschenkt bekommen. Es werden Reden gehalten und ein paar Schüler singen Lieder.  Alle Lehrerinnen tragen Sari in der Schule, weshalb sie mich gefragt haben, ob ich anlässlich des Feiertages auch gerne einen tragen möchte. Mir wurde dann ein sehr schöner Sari von einer jungen Lehrerin ausgeliehen. Generell sind hier alle super nett und für mich da, was es mir leichter gemacht hat mich hier wohl zu fühlen. Generell kann ich sagen mich nach knapp 2 Wochen richtig gut eingelebt zu haben. Ich fühle mich als ein Teil der SASA Familie :)

Hier ein paar Eindrücke:

















30 August 2015

Die letzten Tage war ich hauptsächlich damit beschäftigt Hindi zu lernen! Am Mittwoch ergab es sich, dass ich auf die drei Kinder der David-Familie aufgepasst habe, da die Eltern bei einem Meeting waren. Ich habe sie abends zurecht gemacht und ihnen am morgen Frühstück gemacht, sie gebadet und ihnen ihre Schuluniformen angezogen! Ganz schön anstrengend für 3 Kinder zu sorgen :D trotzdem hat es Spaß gemacht. 
Gestern habe ich dann ein anderes Projekt in Vikasnagar kennen gelernt. Es startete vor 5 Jahren, als SASA ca. 20 schwangere Frauen in das Programm aufnahm. Die Frauen kamen aus armen Familien und hatten keine Möglichkeit medizinische Versorgungen zu bekommen (Hier sind die meisten Leute ja nicht versichert, da dies so teuer ist) oder ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Durch die Serve and Share Association wurde dies jedoch möglich und so wurden 20 gesunde Kinder ohne Behinderung geboren. Diese wurden weiterhin gefördert, wodurch ich gestern die Gelegenheit hatte die 4-5 jährigen kennen zu lernen.Während des Programms hat jedes Kind einen tollen Ranzen bekommen. Für die Mütter gab es Tee und ein paar Snacks. Diesen Kindern wird es bald ermöglicht, die Schule zu besuchen, was mich sehr freut. Zum Abschied hat mir das SASA Personal aus Vikasnagar einen Gemüsekorb geschenkt. Danach sind wir noch in das Büro (ein Haus mit einem riesigen Grundstück mit 2 Kühen :D), wo wir dann frisch gemolkene Milch trinken konnten! Das war echt wundervoll :)
Gestern am 29. August war ein weiterer Feiertag: An diesem binden die Schwestern ihren Brüdern Rakhi um, das sind schön geschmückte Armbänder. Die Brüder geben den Schwestern ein wenig Geld, um sich etwas schönes zu kaufen. Ich kann nun stolz sagen, einen indischen Bruder zu haben, nämlich Mrs. Davids Cousin Mannu (26), dem ich auch ein Armband umgebunden habe. Danach sind wir über die Dehradun Trade Fair gelaufen und ich habe 2 Saris gekauft :) Die Bilder davon zeige ich aber erst, wenn ich diese auch trage. Morgen geht es auf in den Himalaja in die langfristige Projektarbeit, also werde ich mich wohl eine Weile lang nicht melden. Bis hoffentlich bald!








24 August 2015

Diesen Sonntag sind Mr. und Mrs. David mit mir nach Vikasnagar gefahren, was ca. 35km von Dehradun entfernt ist. Dort haben wir meinen Mentor Mr. Abhinav getroffen, der dort einen Ashram und eine Bibliothek für Kinder zu Ehren seiner Großeltern errichtet hat. Die Bibliothek bietet den Kindern verschiedener Altersgruppen einen Ort, an dem sie nach der Schule alle zusammen kommen können. Sie machen Hausaufgaben, Workshops über Naturwissenschaften, Sprachen, Geographie und vieles mehr. Die Kinder bekommen durch die Einrichtung Zugang zu Literatur in Hindi und Englisch, was in den ländlicheren Regionen nicht selbstverständlich ist.
Der Ashram nebenan ist ein Ort der Stille und des Friedens. Das kleine Haus ist umgeben von einer wunderschönen Landschaft und einem atemberaubenden Garten, wo diverse Gemüse- und Fruchtsorten angepflanzt werden. Dies ist definitiv einer der schönsten Orte, die ich jemals gesehen habe.








22 August 2015

Wenn man in Dehradun unterwegs ist, sieht man ca. alle 100 Meter bettelnde Menschen. Sie laufen zwischen den Autos auf den Straßen umher und klopfen an die Scheiben, wenn man an einer Ampel steht. An unserem Auto bleiben einige Menschen länger stehen, immerhin bin ich weiß und muss demnach reich genug sein, um ein paar Rupien zu entbehren. An sich wäre das auch kein Problem, aber die Leute sind schlau und haben ihre Tricks, um an Geld zu kommen. Viele von den Frauen haben Babys dabei, und machen Gesten, ihm etwas zu essen geben zu wollen. Das müssen jedoch nicht immer ihre eigenen Kinder sein. In der Zeitung wurde vor einiger Zeit von einem dazu passenden Vorfall berichtet: Eine recht wohlhabende Frau hatte ein Kindermädchen, das auf ihr Kind aufpassen sollte solange sie auf der Arbeit war. Das Kindermädchen kam aus einer ärmeren Familie und obwohl sie Geld für ihre Arbeit bekam, wollte sie sich noch etwas dazu verdienen. Also hat sie das Kind tagsüber an Menschen verliehen, die betteln gingen. Das Kind war um 4 wieder zu Hause, als die Mutter kam, weshalb sie nichts merkte, sie wunderte sich nur, warum das Kind immer nur weinte. Das Kindermädchen hat für das Verleihen pro Tag 200 Rupien von den Bettlern bekommen, die demnach ja noch mehr Geld pro Tag einholten. Daher muss man vorsichtig sein, wem man gibt und nicht sofort alles glauben. 
Das Gute ist, dass ich in den Bergen lange genug sein werde, um herauszufinden welches Kind wirklich Fördermittel benötigt und sich mit diesen auch wirklich weiterentwickelt (Viele Kinder, die die Schule von SASA besucht haben,  sind später aufs College gegangen, einige wurden sogar Ingeneure). 
Nach 10 Tagen habe ich schon ziemlich viel gelernt und die Vorteile, als auch die Tücken des Gebens ein wenig kennengelernt. 

20 August 2015

Die ersten Vorbereitungen für die Projektarbeit laufen und so langsam offenbart sich mir, wie so eine soziale Organisation funktioniert und läuft, was es für Ziele und Ausgaben gibt und wie man sich absichert. Heute habe ich Rechnungen der Serve and Share Association sortiert und gelernt, wo die Ausgaben liegen. Das Gute an SASA ist, dass sie den gesponserten Kindern und Familien nicht einfach Geld geben, sondern die benötigten Dinge selber kaufen und dann geben, sodass das Geld wirklich für den ursprünglichen Zweck verwendet wird. Trotzdem muss man vorsichtig sein: Einige Leute versuchen auch Armut vorzutäuschen, um Fördermittel zu erhalten. Deshalb ist es wichtig für mich, gut vorbereitet zu sein bevor ich nach Akhori gehe, einem armen Dorf im Himalaja. Ich muss den Menschen klar machen, dass ich nicht vor habe ihnen Geld zu geben, sondern nur da bin um in der Schule zu helfen.  Erst dann kann ich wirklich herausfinden, welchen Familien es wirklich schlecht geht. Für diese Familien und Kinder werde ich versuchen Profile anzulegen, um Sponsoren zu finden. Ich freue mich schon sehr auf die Projektarbeit und bin echt gespannt, was da noch auf mich zu kommt!

Diesen Abend habe ich jedoch auch die andere Seite Indiens kennen gelernt: Die sehr reichen Menschen. Meine Familie hatte einen Gutschein für 2 mal Buffet essen in einem sehr schicken Hotel, wo ich mit Mrs. David hingehen durfte. Das Essen war super lecker und alles sehr schick und luxuriös. Es schien so, als ob es den Leuten dort scheiß egal war, ob ein paar Straßen weiter Leute kein richtiges Dach über dem Kopf haben.
Trotzdem war es ein sehr schöner Abend und hat richtig Spaß gemacht! Hier ein paar Bilder:







17 August 2015

16.08.15


Der Tag startete mit einem Gebet von dada, da alle von gestern zu müde waren, um in die Kirche zu gehen. Nach dem Frühstück habe ich mit den Kindern ein bisschen draußen gespielt J Dann stand Wäsche waschen auf dem Tagesprogramm, natürlich mit der Hand was ich aber persönlich nicht schlimm finde. Die Kiddis haben mir Gesellschaft geleistet und haben dann einen Film mit mir geguckt. Hinter dem Fernseher kam eine riesige Spinne zum Vorschein, sodass wir erstmal etwas Panik hatten^^
Ich hatte der Familie gestern erzählt wie gerne ich backe, daher hatte ich heute die Gelegenheit ein paar Muffins mit Sabrina, Sarah und Winti zu backen, die echt lecker geworden sind! Zum Abendessen gab es dann das erste mal Fleisch seit ich hier bin, nämlich Würstchen. Nach dem ersten Bissen begann ich schon anzufangen zu schwitzen. Hier ist in fast allem sehr viel Chilli :D und diese Würstchen waren sehr sehr scharf! Trotzdem war es super lecker und etwas Besonderes. Außerdem gab es noch Bier, was mich ein Stück Heimat in dieser sehr anderen aber aufregenden Kultur fühlen lassen hat. So langsam gefällt es mir hier sehr gut.

Kleines Update: ich habe hier doch eine Dusche :D









15 August 2015

Heute war Independence Day, d.h. heute vor 69 Jahren ist Indien unabhängig von Groß Britannien geworden! Gestartet hat der Tag mit einer Zeremonie in der Schule nebenan, wo die Flagge aufgezogen wurde und es Programm mit Tanz und Gesang gab. Großvater David war Ehrengast und hat eine Rede gehalten. Gegen Nachmittag ging es weiter mit dem Programm, das die Davids organisiert haben. Auch hier gab es 4 Stunden Tanz, Gesang Reden und Ehrungen für Menschen, die andern Menschen gutes getan haben. Hier sind so viele Leute sehr engagiert!!

Heute hatte ich ziemliches Heimweh, aber das ist jetzt weg, weil die Familie hier so nett ist. Sie haben mich getröstet und haben gesagt, ich soll mich als Teil ihrer Familie ansehen. 

Hier ein paar Fotos vom Independence Day und gestern!